Englisches Kultmöbel: Das Chesterfield Sofa

Englische Möbel genießen den Ruf zeitloser Eleganz. Besonders bekannt ist das berühmte Chesterfield Sofa. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich langsam das erste gepolsterte Sofa. In dieser frühen Form waren allerdings noch sehr viele Holzelemente zu sehen. Die sprichwörtliche Ikone der gesamten englischen Möbelkultur, das Chesterfield Sofa, soll der Legende nach der vierte Earl of Chesterfield in Auftrag gegeben haben, weswegen es auch nach ihm benannt wurde. Er gab seinem Möbelbauer damals den Auftrag, ein Sofa zu konstruieren, in dem man aufrecht, aber mit höchstmöglichem Komfort sitzen konnte. Aus dieser Vorgabe entstand dann das berühmte Chesterfield Sofa mit seiner charakteristischen Form. Typisch für das Chesterfield Sofa ist seine tief geknöpfte Polsterung, seine Arm- und Rückenlehnen, die gleich hoch sind sowie die Ziernägel, mit denen die Vorderfront versehen ist. Beweise für die adlige Herkunft dieses Sitzmöbels gibt es übrigens nicht. Eine andere These zur Namensgebung des Sofas besagt, dass es ganz einfach nach der Stadt Chesterfield benannt wurde.

In der heutigen Zeit verbinden viele das Chesterfield Sofa mit einem Bezug aus Leder. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Leder aber nur recht selten verwendet. Zu dieser Zeit wurden Chesterfield Sofas eher mit edlen Stoffen, wie beispielsweise Samt, bezogen. Wer an ein solches Sitzmöbel denkt, beschwört Bilder von fein gekleideten Gentlemen herauf, die an ihrem Brandy nippen und bei einer Zigarre geschäftliche Dinge zu besprechen haben. Und tatsächlich fanden sich Chesterfield Sofas in praktisch allen Gentlemenclubs der letzten Jahrhunderte. Auch Sigmund Freud besaß übrigens eins Chesterfield Sofa. Er nutzte es für die Hypnosesitzungen mit seinen Patienten. Ob die Patienten auf diesem Sofa besonders leicht zu hypnotisieren waren, ist allerdings nicht überliefert.

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