Sommerflieder richtig schneiden

Der Sommerflieder gehört, genau wie der Blauregen, zu den typischen Sommerblühern, die in keinem Garten fehlen dürfen. Dabei zeichnet er sich durch eine besonders reichhaltige und starke Blüte aus, die von Juli bis zum ersten Frost erscheint. Die farbenfrohen Blütenstände ziehen die Schmetterlinge im Sommer magisch an, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass der Sommerflieder als Schmetterlingsstrauch bekannt ist.

Die Blüten des Sommerflieders bilden sich am neuen Holz. Das bedeutet im Endeffekt nichts anderes, als dass die Austriebe im späten Winter noch in den Knospen stecken, doch im Sommer bereits eigene Blüten tragen. Der Sommerflieder gehört dabei zu den anspruchslosen Blütensträuchern, die sich am wohlsten auf einem nicht allzu schweren Boden fühlen.

Der richtige Schnitt

Damit der Sommerflieder richtig blüht und eine wirklich herausragende Blütenmasse ausbilden kann, muss er regelmäßig einen Schnitt erhalten. Dieser Rückschnitt sollte im späten Winter durchgeführt werden, um so die Blütenbildung im Sommer bestens ankurbeln zu können. Dafür werden die Seitentriebe allesamt sehr stark gekürzt. Durch diesen auf den ersten Blick sehr radikalen Rückschnitt, werden aber sehr lange und starke Seitentriebe ausgebildet, die extrem große Blütenstände tragen.

Bewährt hat sich hierbei der Rückschnitt eines jeden Triebes aus dem Vorjahr auf einen kurzen Stummel. Maximal zwei Augen sollten stehen bleiben, um eine besonders starke Blüte im Sommer zu erhalten. Allerdings gibt es bei einem solch starken Rückschnitt, der noch dazu alljährlich stattfindet, auch einen Nachteil, der keinesfalls außer Acht gelassen werden darf. Es bilden sich durch den starken Rückschnitt verwachsene Astquirle, die sehr dicht sind. Sie wiederum müssen regelmäßig ausgelichtet werden, um ein weiteres prächtiges Wachstum für den Sommerflieder gewährleisten zu können.

Damit die Krone gleichmäßiger erscheint, sollten die Triebe dagegen unterschiedlich stark gekürzt werden. Sehr günstig angeordnete Äste können dann nur um ein Drittel gekürzt werden. Allerdings geht dieser Schnitt zu Lasten der sehr großen Blütenstände.

Achtung: Blütezeit verschiebt sich

Bei sehr starken Rückschnitten müssen die neuen Triebe aus den so genannten schlafenden Augen des Sommerflieders austreiben. Das nimmt natürlich mehr Zeit in Anspruch, als beim fehlenden Rückschnitt. Deshalb kann es vorkommen, dass die Blüten erst später im Jahresverlauf ausgebildet werden. Aus diesem Grund sollte der Rückschnitt bis spätestens Mitte Februar erfolgen, so kann die Blütenpracht zumindest noch einen Großteil des Sommers über bewundert werden.

Entscheidend ist, dass der Schnitt nicht während Frost durchgeführt wird. Hier sollte ein frostfreier Tag ausgewählt werden. Die Gartenschere eignet sich für den Rückschnitt am besten, denn das Holz des Sommerflieders ist recht spröde und würde beim Schnitt mit anderen Geräten schnell splittern. Auch wenn viele Hobbygärtner sich jetzt vor einem so frühen Rückschnitt fürchten, ein nochmals einsetzender Frost macht dem Sommerflieder in der Regel nicht viel aus. Das gilt insbesondere dann, wenn er auf einem nährstoffarmen Sandboden gepflanzt wurde. In diesem Fall zählt er zu den besonders robusten Pflanzen im heimischen Garten.

Der Rückschnitt des Sommerflieders sollte also gut geplant werden, damit er nicht dazu führt, dass man den Sommer über keine üppige Blütenpracht im Garten mehr sieht.

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